0911 97917299 info@kaerwazeitung.de

Was wäre wenn?

von Theobald Fuchs

Riesenrad Fürth bei Nacht

»Wäre, wäre, Nagelschere«, sagt heutzutage manch ein Witzbold, wenn jemand ein wenig herumspinnt. Ich höre den Spruch selbst öfters, weil ich auch gerne mal überlege, wie’s wäre, wenn’s anders wäre. Zum Beispiel nach dem dritten Bier auf der Kärwa in Fürth. Dann frage ich mich etwa: Was wäre, wenn Michaelis im Juli wäre? In der größten Hitze. Da täten die Leute schwitzen und jeden Tag würden sie vor einem fetten Gewitter in die Hütten flüchten. Die meisten würden natürlich nass bis auf die Haut, weil drinnen nicht genug Platz ist, und es würde haufenweise Bier verschüttet, so dass die Menschen spätestens nach drei Tagen zu welken begännen. Oder was wäre, wenn es gar kein Bier gäbe auf der Kärwa? Einfach so, weil Fürth sich als Gesundheitsstadt profilieren wollte oder weil es eine neue Krankheit gäbe, die mit Bier übertragen wird? Was dann? Würden die vielen tausend Menschen auch ohne ein einziges Seidla zehn Tage lang sich zwischen Rathaus und Grünem Markt herumtreiben? Oder würden nicht alle bloß am ersten Tag ein paar Wollsocken und eine Flasche Fensterreiniger kaufen und dann lieber daheim vor dem digitalen Endgerät saufen? Oder wenn die Kärwa bloß einen Tag lang ginge? Dann müsste ein jeder an diesem einzigen Tag zehn Bratwurst-Brötle, sieben Steak-Semmeln, fünf Fisch-Weckla, je acht Tüten Rumkugeln, Marzipankartoffeln und gebrannte Mandeln sowie insgesamt vierunddreißig Bier vertilgen. Das wäre ganz schön anstrengend für Wirte und Gäste und es könnte vielleicht sogar sein, dass es jemandem schlecht wird. Oder was wäre, wenn die Michaelis-Kärwa gar nicht in Fürth, sondern in Nürnberg … nein, etz reicht’s! Der Gedanke ist absurd, darüber zu spekulieren ist echt völlig sinnlos. Dann könnte man sich ja gleich fragen, was wäre, wenn die Kaiserburg am grünen Markt stünde, Fische sprechen könnten und die Pegnitz nach Osten flösse. Aber da merke ich schon, dass es sich einmal wieder gelohnt hat. Zu überlegen, was wäre wenn. Weil es jetzt wieder nach allen Regeln der Kunst bewiesen ist: so wie die Fürther Kärwa ist, so ist sie am Besten.

Theobald Fuchs

Wollt ihr noch mehr Geschichten lesen?!

Auf unserem Kärwazeitungsblog findet Ihr noch mehr Geschichten rund um die Fürther Kirchweih.

Erinnerungen an das Deutsch-Amerikanische Volksfest

Erinnerungen an das Deutsch-Amerikanische Volksfest

Erinnerungen an das Deutsch- Amerikanische Volksfest von Günter ScheuererEinladung des Darby-Sentinel zum Deutsch-Amerikanischen Freundschaftsfest 1988;  Aus der Sammlung von Bernd Jesussek.Da ich in den 1980er Jahren am äußersten Rand der Fürther Südstadt...

Keine Kirchweih ohne Oma

Keine Kirchweih ohne Oma

Zeichnung: Frank DrechslerKeine Kirchweih ohne Oma von Theobald O. J. Fuchs Die Kirchweih war in meiner Kindheit alle Jahre der Höhepunkt meiner persönlichen Finanzkrise. Zu keiner anderen Gelegenheit galt es, so viel Geld zu organisieren als während der vier Tage, in...

Kennst du den Ort?

Kennst du den Ort?

Kennst du den Ort? – von Sandra Drliczek Kennst du den Ort an dem man lacht, singt und tanzt? Wo die Glocken der Kirchen die Menschen begrüßen. Dieser Ort an dem man Karin, Evi, Waldtraud und Marie trifft oder auch die Moni. Meist im Herzen der Stadt ist er, dort wo...